USA: die neuesten Wasserstandsmeldungen

Nach den allerneuesten Umfragen liegt, wie der sozialdemokratische belgische Standaard schreibt, Donald Trump erstmals vor Hillary Clinton. Und der FBI musste gerade jetzt ganz dringend ein Dokument raushauen über eine 2005 bereits abgeschlossene Untersuchung: Clinton hatte 2005 einen "Steuerflüchtling begnadigt", nachdem dessen Ex-Frau an die Stiftung der Clintons gespendet hatte. Und natürlich wurden diese "Enthüllungen", besonders jene von Putin-Tool Assange auch in Deutschland mit der gefühlt tausenddrölfzigstensten Programmbeschwerde eines besonders fleißigen Programmbeschwerers gewürdigt.

 

Nein, wir halten Assange nicht für eine Referenz

Wie wir bereits im vorherigen Artikel zur Kampagen gegen Clinton-Assistenti  Huma Abedin  ausgeführt - und jeweils mit Links belegt - hatten:

In zumindest zeitlichem Zusammenhang mit dem medialen Zurechtlegen von Huma Abedin wurden eine Menge Emails von Wikileaks, mittlerweile für Putin ein verlässliches Tool, veröffentlicht. Es gibt zumindest Zweifel an der Echtheit zumindest eines Teils dieser Emails un und es wird angenommen, daß Wikileaks auf die Unterstützung russischer Hacker zurückgreifen konnte. Das erscheint plausibel. Schließlich besteht ja auch - mehr als - ein Verdacht, daß es russische Hacker waren, die den Kampagnenserver der Demokraten geknackt haben.

 

 

Der Tidenhub

So getreulich, wie nicht nur deStandaard die Wasserstände und den Tidenhub vermeldet, erweckt sich in der Tat der Eindruck von viel Bewegung.

Es gab einen shift von 0,7 Prozentpunkten weg von Clinton, hin zu Trump. So what...

Mit dem Ergebnis einer gestrigen Umfrage des Senders ABC hat so manches Medium seinen Publikationsraum gefüllt. So nichtssagend und am Thema vorbei diese Nachricht ist, desto mehr schlug sie ein.

Und mittlerweile wurde dazu alles gesagt, und ja, auch von fast jedem. So zum Beispiel der Standaard:

Das ist das erste Mal seit Mai, daß Trump in den (!) Umfratgen vor Clinton liegt. Das zurückfallen hat wahrscheinlich mit den Berichten über eine neue Untersuchung über den privaten eMail-Server der demokratischen Kandidatin.

ABC weist darauf hin, daß Umfragen über die Vorlieben der Wähler, eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen, nicht die entscheidende Antwort über das endgültige Wählerverhalten gibt.

Mitt Romney lag um diese Zeit im Wahlkampf 2012 einen Prozentpunkt vor Barack Obama, genau wie John Kerry 2004 vor George Bush vor George Bush lag. An den Wahlurnen verloren Romney und Kerry letztendlich.

 

Zusammengefasst: Umfragen sagen garnichts aus. Das wissen wir spätestens seit jenen Umfragen, die alle vorhersagten, daß es nicht zum Brexit kommen würde (" ... der Rest ist Geschichte..."). Zwar ist deStandaard auch dahinter gekommen, was ihn nicht abhält, heute wieder Wasserstandsmeldungen zu veröffentlichen. Einen Shift von 0,2, wieder hin zu Clinton...

Wichtig sind jedoch nicht die Umfragen, sondern das"Wahl- männergremium", das electoral college. Zusammengefasst:

wer in  einem Staat die Stimmenmehrheit hat, für den stimmen die Wahlmänner. Okay, es gibt dann auch Wahlmänner, die dann gegen diese Mehrheit stimmen, die sogenannten faithless electors. Aber die haben noch nie eine wichtige Rolle gespielt. Und da liegt Hillary mehr als deutlich vorne, wie die nebenstehende Grafik zeigt.

Nachricht bei dieser Art von Wahlberichterstattung ist, daß sie ohne Not zur Astrologie verkommen ist, wie weiland die Kreml-Astrologie ("...steht nicht mehr rechts neben dem Generalsekretär..."). Wir werden am kommenden Dienstag mehr wissen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0